Als Aupair Granny ins Ausland

Als Aupair Granny ins Ausland

Aupair GrannyAupair-Granny- Was ist das? Eine super Idee, für diejenigen, die Reiselust und Fernweh im Ruhestand miteinander verbinden möchten.

Reiselustig im Ruheständlerin? Neugierig auf andere Länder, Menschen und Sitten? Das Ganze verbunden mit Familienanschluss? Wer diese Wünsche hat, für den ist die Idee der Aupair Granny genau das Richtige.

Als meine Freundin Roswitha in den Ruhestand trat, plante sie, sich einen Hund anzuschaffen. Doch diese Idee hat sie bald wieder verworfen, denn die Lust zu reisen und in ferne Länder einzutauchen war doch zu groß. Sie lernte die Idee der Aupair Granny kennen und war Feuer und Flamme.  Ich habe mit ihr über ihre Erfahrungen gesprochen.

Wie bist du auf die Idee gekommen als Aupair Granny zu arbeiten?


Ich habe in einer Talkshow eine Dame gesehen, die war 70 Jahre und kam gerade aus China.

Was genau ist eine Aupair Granny?

Es ist eine Frau über 50, die Erfahrung mit Kindern und dem Haushalt hat. Aupair Granny ist kein Beruf, sondern eine besondere MÖglichkeit für Frauen, die gerne reisen und andere Kulturen kennenlernen möchten. Sie sollte anpassungsfähig sein und die Gewohnheit der Familien respektieren.

Wer kann an diesem Programm teilnehmen?

Alle Frauen die gesund, über 50 Jahre alt sind und die Familie und Kinder mögen.

Wie findet man Familien, die eine Granny Aupair suchen?

Im Internet: Einfach Aupair Granny eingeben, dann erscheinen mehrere Portale.*

Welche Möglichkeiten hat man, die Suche zu beeinflussen?

Sobald man sich in einem Portal anmeldet, die Angeboten anschauen und aussuchen.

Welche Aufgaben hat eine Aupair Granny in einer Familie?

Sie hilft im Haushalt ein bisschen mit und beaufsichtigt die Kinder, wenn die Eltern nicht da sind. Die Zeit sollte nicht mehr als 20 bis 30 Stunden in der Woche beinhalten.

Was muss man nicht machen?

Das sollte man am besten in den Vorgesprächen klären. Ich persönlich würde jetzt keine Fenster putzen. Ich achte auch immer darauf, dass es auch noch eine Reinigungskraft einmal in der Woche gibt.

Muss man Fremdsprachen können, wenn man ins Ausland geht?

Englisch sollte man schon zum Hausgebrauch können. Wichtig ist, dass man sich mindestens in einer Sprache mit den Kindern unterhalten kann. Ich persönlich gehe nur in Familien, in denen die Kinder auch Deutsch sprechen.

Wie lange kann ein Aufenthalt in einer Familie dauern?

Das kommt auf die Bestimmung des jeweiligen Landes an.

Wie lange warst du in den jeweiligen Familien?

In Norwegen dauerte der Aufenthalt 2,5 Monate, in Australien war ich 2 Monate.

Auf was sollte man achten, bevor man sich verpflichtet?

Ich achte immer darauf, dass eine Reinigungskraft vorhanden ist und ich meine eigene Wohnung mit meinem eigenen Badezimmer habe.

Wird man für seinen Dienst bezahlt?

Ich würde es nicht als Dienst bezeichnen. Ich persönlich habe es immer so gesehen, dass ich als Großmutter meine Familie besuche und dabei meiner Tochter oder Sohn bei der täglichen Hausarbeit und bei der Kinderbeaufsichtigung helfe.

Ich habe in Norwegen ein Taschengeld von 100 € in der Woche bekommen. Auch das wird vorher festgelegt. Es gibt im Internet einer Tabelle, was normale Au-pairs so bekommen. Das ist von Land zu Land verschieden.

Wer übernimmt die Kosten für die An und Abreise?

Auch das ist eine Verhandlungssache. Es ist halt immer die Frage: Wie wichtig ist es dir, in dieses Land oder in diese Stadt zu kommen. Ich habe in beiden Fällen die Reisekosten ersetzt bekommen. Ich bin aber auch nur eingesprungen, denn die Familien brauchten dringend jemanden. Sie haben mich von sich aus angeschrieben, weil ich auf dem Portal angemeldet war. Eigentlich wollte ich ja nach Neuseeland.

Kann man früher wieder aussteigen, wenn man mit der Familie nicht klar kommt?

Wenn du keinen schriftlichen Vertrag gemacht hast, was eigentlich nicht üblich ist, kannst du jederzeit wieder aussteigen. Das beruht natürlich auf Gegenseitigkeit.

Hast du ein neues Ziel?

Ich habe noch zwei Ziele: Vancouver und San Francisco. Aber ich glaube, ich würde auch wieder ein anderes Land nehmen. Ich fand es sehr schön in eine junge Familie zu wohnen, da ich ja so richtig nie eine Familie hatte.

Dieser Einblick wird sicher mancher Leserin Lust machen, es selbst auszuprobieren. Danke für das Interview, Roswitha.

Hier einige Portale, mehr finden Sie im Internet

* https://www.aupair50plus.com/
*https://www.granny-aupair.com/de/family/home
*https://www.granny-aupair.com/de/node/519

 

Freunde gehören dazu

Freunde gehören dazu

Freunde zu haben ist wichtig. Mit Freunden können wir lachen, unsere Sorgen und Nöte teilen, die Freizeit verbringen und Pferde stehlen. Freunde geben uns Stabilität und das gute Gefühl, nicht allein zu sein im Leben. Wirkliche Freunde sind selten. Wir brauchen jedoch keinen großen Freundeskreis, einige wenige Lieblingsmenschen genügen. Gesellen sich dann noch ein paar gute Bekannte dazu, mit denen wir gerne ins Kino gehen oder ein Glas trinken, können wir uns glücklich schätzen.

Der Freundeskreis wird kleiner

Doch wer viel gearbeitet hatte, beruflich ständig unterwegs war oder Aufgaben in Beruf und Familie verbinden musste, verlor meist seine sozialen Kontakte. Irgendwann hören auch die besten Freunde auf, eine Einladung auszusprechen oder uns anzurufen, wenn wir nie Zeit haben. „Entweder Du bist gerade weg oder noch nicht wieder da.“ oder „Ich höre von Dir immer, dass gerade viel Arbeit anliegt und es demnächst besser wird. Doch das war bisher nie der Fall.“

Zwar finden sich im Adressverzeichnis auf dem Smartphone eine Fülle von Namen, doch Freunde sind dies in der Regel nicht. Höchstens ferne Bekannte. Manchmal weiß man nicht einmal mehr, wann und wo man diese Person kennengelernt und warum man ihre Nummer gespeichert hat. Um herauszufinden, wie es bei Ihnen bestellt ist, reicht es, darüber nachzudenken, wen Sie anrufen können, wenn Sie etwas zu feiern haben oder wenn es Ihnen schlecht geht. Oder wer Ihnen zur Seite springt, wenn Sie dringend Hilfe brauchen. Es lohnt sich, sich an alte Freunde wieder zu erinnern und zumindest den Versuch zu wagen, den Kontakt noch einmal aufzunehmen.

Was Freunde verbindet

Zur Freundschaft gehört ein Mindestmaß an Gemeinsamkeiten. Man teilt Ansichten, die Vorliebe für gutes Essen oder ein schönes Konzert, die Liebe zur Natur oder man geht gemeinsam zum Sport. Unterschiede dürfen und sollen sein, denn sonst wäre die Beziehung langweilig. Unterschiede in manchen Dingen liefern Gesprächsstoff. Sie sind eine Bereicherung und sollten nicht der Anlass sein, eine Freundschaft zu beenden.

Wenn die freundschaftliche Beziehung von gegenseitiger Sympathie geprägt ist und beide das Gleiche wollen, wird sie von Dauer sein. Das Gleiche meint, die Freunde sind freiwillig zusammen und befinden sich möglichst auf einer Ebene, was den sozialen Hintergrund, das Bildungsniveau und die finanziellen Möglichkeiten angeht. Natürlich gibt es Ausnahmen. Wirkliche Freunde begegnen sich auf Augenhöhe, es gibt keine Abhängigkeiten zwischen ihnen. Sie erzählen von sich, können aber genauso gut zuhören, weil sie daran interessiert sind, was den Freund/die Freundin beschäftigt.

Auf Ausgewogenheit kommt es an

Wenn einer der beiden Partner mehr aus der Beziehung herausholen will als der andere, wenn Geben und Nehmen nicht im Ausgleich steht, wird es mit der Zeit Frust und Konflikte geben. Ohne dass jeder seine Wünsche und Bedürfnisse äußern, geht es nicht, denn der andere kann sie nicht erraten. Und jeder ist frei in der Entscheidung, ob er diesen Wünschen entsprechen kann und will. Echte Freunde nehmen es nicht krumm, wenn einmal ein Nein kommt. Wenn Sie nach Ihrer Meinung gefragt werden oder Kritik anbringen wollen, suchen Sie Worte, die nicht verletzen. Ein wahrer Freund wird Ihnen aber nie „Honig ums Maul schmieren“.

Zwei wichtige Pfeiler einer guten Freundschaft sind Zuverlässigkeit und Loyalität. Stehen Sie zu Ihren Versprechen und Absprachen und sagen Sie nichts zu, was Sie nicht einhalten können. Wenn Ihnen sehr intime Dinge und Geheimnisse unter dem Siegel der Verschwiegenheit anvertraut werden, zeigen Sie sich dieses Vertrauens würdig und behalten Sie die Informationen wirklich für sich. Eine Freundschaft ist schnell zerstört, wenn Sie hinter dem Rücken des anderen schlecht über ihn sprechen oder gar sich lustig machen über ihn.

Lob und Anerkennung sind die beste Nahrung für eine Freundschaft. Jeder hört gerne ein Kompliment und freut sich, wenn es ausgesprochen wird. Was gefällt Ihnen am anderen? Warum sind Sie gerne zusammen? Denken Sie es nicht nur, sondern sprechen Sie es hin und wieder auch aus.

Neue wirkliche Freunde zu finden ist, vor allem im späten Erwachsenenleben, nicht leicht. Wir sind vorsichtiger geworden, weniger offen und haben feste Vorstellungen von dem, was wir wollen, was wir brauchen und was wir überhaupt nicht tolerieren. Fangen Sie deshalb am besten damit an, frühere freundschaftliche Beziehungen wiederzubeleben.

Auszug aus meinem Buch: Aufbruch zu neuen Ufern -Gut vorbereitet in den Ruhestand

Foto:Pixabay
Gesünder und weniger Gewicht – Meine Ernährungsumstellung

Gesünder und weniger Gewicht – Meine Ernährungsumstellung

ErnährungsumstellungErnährungsumstellung hilft oft, Schmerzen zu lindern. Das Gute dabei, auch dein Gewicht wird weniger. Dabei ist einiges zu beachten.

Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal einen Artikel über Ernährung schreiben und ein Buch empfehlen würde. Doch wenn etwas für mich funktioniert hat, habe ich es immer gerne mit anderen geteilt. So jetzt auch dieses Thema. Diäten haben in meinem Leben nie eine Rolle gespielt. In jungen Jahren war ich immer schlank dank eines großen Sportpensums. Doch mit den Jahren wurde ich unzufriedener mit meinem Gewicht, auch wenn es nur ein paar Kilo zu viel waren.  Gefühlt habe ich das nicht, doch wenn ich Fotos sah, dachte ich: Das bist du doch gar nicht. Getröstet habe ich dann mit einem Satz von Julia Onken, die meinte, „mit dem Alter wird man eben sichtbarer.“

Der Anschub, es mit einer Ernährungsumstellung zu probieren, kam von meiner jüngsten Freundin.  Sie lebt mit einer Autoimmunkrankheit, die das Augenlicht mehr und mehr beeinträchtigt. Überall suchte sie nach Hilfe. Eines Tages fand sie über das Internet eine Ärztin in Hamburg, die sich auf das Thema Ernährung und Entzündung spezialisiert hat. Von einem Beratungsgespräch kam meine Freundin mit vielen Tipps und einem Buchhinweis nach Hause.

Das Buch

Erste Erfolge stellten sich bei ihr bereits nach wenigen Wochen ein. Da meine Handgelenke aufgrund einer Arthrose mehr und mehr schmerzten, führte das zum Entschluss, meine Ernährung ebenfalls nach diesem Konzept umzustellen. Konkret bedeutete das,  in der ersten Phase, ca. drei Wochen lang, auf Kohlehydrate wie Nudeln, Kartoffeln, Reis und Bort, auf Zucker und Alkohol zu verzichten und stattdessen Gemüse und Salat, dazu Eiweiß in Form von Geflügel, Fisch, Ei, Milchprodukten, Hülsenfrüchte und Nüssen zu verzehren.

Die Rezepte im Buch machen das Kochen leicht. Es kommen nun auch spannende neue Gerichte auf den Teller, so z.B. Pastinaken-Pommes oder Gemüse-Nudeln (in dünne Streifen geschnittene Gemüsesorten). In der Phase zwei sind wieder die „üblichen Beilagen“ erlaubt, vor allem jedoch Vollkornprodukte. Anfangs war ich skeptisch, doch ich ließ mich darauf ein:  Morgens gibt’s Joghurt oder Quark mit frischem Obst, dazu Kaffee mit Milch. Am späten Nachmittag (wir haben nur zwei Mahlzeiten) die Gerichte aus den erlaubten Zutaten. Wenn am Abend doch noch Gelüste auftauchen, holen wir uns ein paar Nüsse oder einen der Notfallsnacks, die im Buch aufgelistet sind.

Pausen

Ein wesentlicher Bestandteil dieser Form der Ernährung ist auch der lange zeitliche Abstand zwischen den Mahlzeiten: 14 – 16 Stunden in der Nacht, das bedeutet, dass man das Abendessen nicht zu spät einnimmt. Was ist die Wirkung nach mehreren Wochen? Ich fühle mich gut. Bin hellwach und tatendurstig. Meine Handgelenke schmerzen weniger, darüber bin ich sehr froh, denn für fast alle Hobbys brauche ich meine Hände. Die Lust auf Süßigkeiten ist verschwunden. Normalerweise, und besonders wenn es früher Fleisch gegeben hatte oder Nudeln als Beilage, sehnte ich mich am Abend nach einem seeehr dunklen Kakao.

Schlampertage

Mein Gewicht hat sich um 5 Kilo reduziert, vielleicht wird es mit der Zeit noch etwas weniger. Mein Partner, der freiwillig mitgemacht hat, hat sogar ein bisschen mehr verloren. Hin und wieder gönnen wir uns dennoch „Schlampertage“, an denen wir nicht auf die Zusammensetzung der Mahlzeiten achten: Wenn wir eingeladen sind, wenn es ein Buffet gibt oder wenn wir Lust auf ein Glas Wein und einen Flammkuchen haben.

Die Quittung zeigt sich auf der Waage prompt, doch das lässt sich in den nächsten Tagen wieder ausgleichen. Interessant ist, dass wir uns nicht nach den  früheren Ernährungsgewohnheiten sehnen. Die Umstellung wird dauerhaft bleiben. Der Versuch hat sich gelohnt. Ich habe das Thema nur grob umrissen. Es ist umfangreich und ich möchte auch keine falschen Angaben machen. Wenn du also mehr wissen möchtest über diese Form der Ernährungsumstellung, kannst du es nachlesen. Es gibt eine Reihe von Büchern dazu. Die einen mit mehr Theorie, die anderen vor allem mit Rezepten. Viel Erfolg!

 

Foto Pixabay congerdesign
Meine Seele hat es eilig

Meine Seele hat es eilig

​​Seele LebenHeute einmal kein eigener Beitrag, sondern ein Gedicht von Ricardo Gondim (São Paulo, Brasilien. Manche sagen auch,dass es von Mário de Andrade, 1893-1945 (brasilianischer Musikforscher und Schriftsteller)stammt.

 

 

  • Ich zählte meine Jahre und entdeckte, dass mir weniger Lebenszeit bleibt als die, die ich bereits durchlebte.
  • Ich fühlte mich wie jenes Kind, das eine Packung Süßigkeiten gewann: Die ersten aß es mit Vergnügen, doch als es merkte, dass nur noch wenig übrig waren, begann es sie wirklich zu genießen
  • Ich habe keine Zeit für endlose Konferenzen, bei denen die Statuten, Regeln, Verfahren und internen Vorschriften besprochen werden, in dem Wissen, dass nichts erreicht wird.
  • Ich habe keine Zeit mehr, absurde Menschen zu ertragen, die ungeachtet ihres Alters nicht gewachsen sind. Ich habe keine Zeit mehr, mit Mittelmäßigkeit zu kämpfen.
  • Ich will nicht in Besprechungen sein, in denen aufgeblasene Egos aufmarschieren.
  • Ich vertrage keine Manipulierer und Opportunisten.
  • Mich stören die Neider, die versuchen, Fähigere in Verruf zu bringen, um sich ihrer Positionen, Talente und Erfolge zu bemächtigen.
  • Meine Zeit ist zu kurz, um Überschriften zu diskutieren.
  • Ich will das Wesentliche, denn meine Seele ist in Eile. Ohne viele Süßigkeiten in der Packung.
  • Ich möchte mit Menschen leben, die sehr menschlich sind. Menschen, die über ihre Fehler lachen können, die sich nichts auf ihre Erfolge einbilden. Die sich nicht vorzeitig berufen fühlen und die nicht vor ihrer Verantwortung fliehen. Die die menschliche Würde verteidigen und die nur an der Seite der Wahrheit und Rechtschaffenheit gehen möchten. Es ist das, was das Leben lebenswert macht.
  • Ich möchte mich mit Menschen umgeben, die es verstehen, die Herzen anderer zu berühren. Menschen, die durch die harten Schläge des Lebens lernten, durch sanfte Berührungen der Seele zu wachsen.
  • Ja, ich habe es eilig, ich habe es eilig, mit der Intensität zu leben, die nur die Reife geben kann.
  • Ich versuche, keine der Süßigkeiten, die mir noch bleiben, zu verschwenden.
  • Ich bin mir sicher, dass sie köstlicher sein werden als die, die ich bereits gegessen habe.
  • Mein Ziel ist es, das Ende zufrieden zu erreichen, in Frieden mit mir, meinen Lieben und meinem Gewissen.

Wir haben zwei Leben und das zweite beginnt, wenn du merkst, dass du nur eines hast.

Meine Frage: Was löst dieses Gedicht bei dir aus? Wird es Auswirkungen auf dein Leben haben?

 

 

Wenn der Schlaf nicht kommen will

Wenn der Schlaf nicht kommen will

Schlaf Wenn der Schlaf nicht kommen will. Schlafstörungen sind weitverbreitet. Doch dagegen lässt sich etwas tun. Allein in Deutschland leiden sechs bis zehn Prozent der Bevölkerung daran, so berichtet die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). Schlafstörungen werden in ihrer Bedeutung völlig unterschätzt, denn Schlafmangel ist häufig die Ursache von Unfällen, sowohl auf der Straße als auch am Arbeitsplatz und birgt langfristig das Risiko an Magen-Darm- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu leiden. Denn der Körper braucht diese Ruhephasen, um zu regenerieren und zu reparieren. Doch bevor du Medikamenten nimmst, probier erst mal andere Möglichkeiten aus und schau, ob davon nicht schon etwas wirkt.

 

Stimmt deine Schlafumgebung?

 

  • Dein Schlafzimmer sollte ein Ort sein, an dem du dich erholen kannst. Schau dich um: Fühlst du dich wohl dort? Stapel von Zeitschriften, getragene Wäsche, gebrauchtes Geschirr, Pizzapackungen…Wenn Unordnung herrscht, dann räume auf.
  • Stimmt die Temperatur? Ist es zu warm, zu kühl? Dann sorge für Änderung. Lüfte den Raum noch einmal durch und drossle die Heizung, bevor du schlafen gehst. Wenn der Raum nur zum Schlafen genutzt wird, brauchst du ihn gar nicht zu heizen. Schließe die Vorhänge, denn jedes einfallende Licht drosselt die Produktion von Melatonin, dem Schlafhormon.
  • Entferne alle stromführende Geräte aus der Nähe deines Bettes, denn ihre Strahlung können deinen Nachtschlaf negativ beeinflussen.
  • Stell dein Smartphone ab, lass dein Tablet draußen, denn auch das Licht dieser Geräte verhindert die Produktion vom Melatonin. Wenn du lesen möchtest, dann ein echtes Buch oder höchstens mit einem eBook-Reader, das mit Twilight, das den Blauanteil des Displays reduziert.

 

Wenn der Kopf nicht zur Ruhe kommt


Ereignisse des vergangenen Tages, nicht gelöste Probleme und kommende Aufgaben verhindern häufig das Einschlafen. Sie sind aber auch oft die Ursache, warum man es nicht schafft, nach einem kurzen Aufwachen in der Nacht wieder einzuschlafen.

 

Lass nicht zu, dass das Gedankenkarussell überhaupt in Gang kommt.

 

  • Sobald du spürst, dass der Kopf „anspringt“, achte auf deinen Atem und nimm dir vor, weiterzuschlafen. Wenn du merkst, dass deine Gedanken vom Atem abschweifen, kehrst du wieder dorthin zurück. Es ist ein Lernprozess, doch er funktioniert, das hab ich selbst ausprobiert.
  • Noch mehr Wirkung hat es, wenn du auch die Hände auf den Bauch legst und wahrnimmst, wie sich deine Bauchdecke beim Atmen hebt und senkt.
  • Gedanken und Grübeln sind in der Nacht deshalb so mächtig, weil wir im Augenblick nichts tun können und die Probleme dadurch noch größer erscheinen. Leg für diesen Fall einen Stift und Papier griffbereit hin, schreib auf, was dich beschäftigt. Und dann lege dieses Blatt weg mit den Worten „Damit werde ich mich morgen befassen.“
  • Erstelle am Abend eine To-Do-Liste, auf der alles festgehalten wird, was du am nächsten Tag erledigen willst. Das reduziert die Furcht, etwas zu vergessen.
  • Vermeide Ärger und Diskussionen vor dem Zubettgehen. Sollte so eine Situation entstehen, versuche sie mit den Worten „Das besprechen wir morgen.“ zu beenden.

 

Stimm deinen Körper auf die Nacht ein

 

  • Das Einschlafen gelingt besser, wenn du deinen eigenen Rhythmus findest, d.h. möglichst zur gleichen Zeit ins Bett gehst.
  • Finde eigene Rituale des Übergangs. Mach einen Gang um den Block, stell dich auf den Balkon und wirf einen Blick zum Sternenhimmel, trink einen Früchtetee oder setze dich bei einer der angenehmen Musik und dem Schein einer Kerze hin und rufe dir die positiven Momente und Erlebnisse ins Gedächtnis.
  • Sorge dafür, dass dein Körper warm ist. Mach ein Fußbad vor dem Schlafengehen oder trage warme Socken im Bett, das ist zwar nicht unbedingt sexy, aber vielleicht hast du auch einen Bettnachbarn, der deine kalten Füße liebevoll wärmt.

Wenn du trotz aller Bemühungen nicht schlafen kannst, steh auf, lauf umher oder bügel deine Wäsche, iss eine Banane und leg dich dann wieder hin. Wenn die Wärme deines Bettes dich umhüllt, kommt auch der Schlaf.

In diesem Sinne wünsche ich dir eine erholsame Nacht.

Foto Pixabay tumisu