Freunde gehören dazu

Freunde zu haben ist wichtig. Mit Freunden können wir lachen, unsere Sorgen und Nöte teilen, die Freizeit verbringen und Pferde stehlen. Freunde geben uns Stabilität und das gute Gefühl, nicht allein zu sein im Leben. Wirkliche Freunde sind selten. Wir brauchen jedoch keinen großen Freundeskreis, einige wenige Lieblingsmenschen genügen. Gesellen sich dann noch ein paar gute Bekannte dazu, mit denen wir gerne ins Kino gehen oder ein Glas trinken, können wir uns glücklich schätzen.

Der Freundeskreis wird kleiner

Doch wer viel gearbeitet hatte, beruflich ständig unterwegs war oder Aufgaben in Beruf und Familie verbinden musste, verlor meist seine sozialen Kontakte. Irgendwann hören auch die besten Freunde auf, eine Einladung auszusprechen oder uns anzurufen, wenn wir nie Zeit haben. „Entweder Du bist gerade weg oder noch nicht wieder da.“ oder „Ich höre von Dir immer, dass gerade viel Arbeit anliegt und es demnächst besser wird. Doch das war bisher nie der Fall.“

Zwar finden sich im Adressverzeichnis auf dem Smartphone eine Fülle von Namen, doch Freunde sind dies in der Regel nicht. Höchstens ferne Bekannte. Manchmal weiß man nicht einmal mehr, wann und wo man diese Person kennengelernt und warum man ihre Nummer gespeichert hat. Um herauszufinden, wie es bei Ihnen bestellt ist, reicht es, darüber nachzudenken, wen Sie anrufen können, wenn Sie etwas zu feiern haben oder wenn es Ihnen schlecht geht. Oder wer Ihnen zur Seite springt, wenn Sie dringend Hilfe brauchen. Es lohnt sich, sich an alte Freunde wieder zu erinnern und zumindest den Versuch zu wagen, den Kontakt noch einmal aufzunehmen.

Was Freunde verbindet

Zur Freundschaft gehört ein Mindestmaß an Gemeinsamkeiten. Man teilt Ansichten, die Vorliebe für gutes Essen oder ein schönes Konzert, die Liebe zur Natur oder man geht gemeinsam zum Sport. Unterschiede dürfen und sollen sein, denn sonst wäre die Beziehung langweilig. Unterschiede in manchen Dingen liefern Gesprächsstoff. Sie sind eine Bereicherung und sollten nicht der Anlass sein, eine Freundschaft zu beenden.

Wenn die freundschaftliche Beziehung von gegenseitiger Sympathie geprägt ist und beide das Gleiche wollen, wird sie von Dauer sein. Das Gleiche meint, die Freunde sind freiwillig zusammen und befinden sich möglichst auf einer Ebene, was den sozialen Hintergrund, das Bildungsniveau und die finanziellen Möglichkeiten angeht. Natürlich gibt es Ausnahmen. Wirkliche Freunde begegnen sich auf Augenhöhe, es gibt keine Abhängigkeiten zwischen ihnen. Sie erzählen von sich, können aber genauso gut zuhören, weil sie daran interessiert sind, was den Freund/die Freundin beschäftigt.

Auf Ausgewogenheit kommt es an

Wenn einer der beiden Partner mehr aus der Beziehung herausholen will als der andere, wenn Geben und Nehmen nicht im Ausgleich steht, wird es mit der Zeit Frust und Konflikte geben. Ohne dass jeder seine Wünsche und Bedürfnisse äußern, geht es nicht, denn der andere kann sie nicht erraten. Und jeder ist frei in der Entscheidung, ob er diesen Wünschen entsprechen kann und will. Echte Freunde nehmen es nicht krumm, wenn einmal ein Nein kommt. Wenn Sie nach Ihrer Meinung gefragt werden oder Kritik anbringen wollen, suchen Sie Worte, die nicht verletzen. Ein wahrer Freund wird Ihnen aber nie „Honig ums Maul schmieren“.

Zwei wichtige Pfeiler einer guten Freundschaft sind Zuverlässigkeit und Loyalität. Stehen Sie zu Ihren Versprechen und Absprachen und sagen Sie nichts zu, was Sie nicht einhalten können. Wenn Ihnen sehr intime Dinge und Geheimnisse unter dem Siegel der Verschwiegenheit anvertraut werden, zeigen Sie sich dieses Vertrauens würdig und behalten Sie die Informationen wirklich für sich. Eine Freundschaft ist schnell zerstört, wenn Sie hinter dem Rücken des anderen schlecht über ihn sprechen oder gar sich lustig machen über ihn.

Lob und Anerkennung sind die beste Nahrung für eine Freundschaft. Jeder hört gerne ein Kompliment und freut sich, wenn es ausgesprochen wird. Was gefällt Ihnen am anderen? Warum sind Sie gerne zusammen? Denken Sie es nicht nur, sondern sprechen Sie es hin und wieder auch aus.

Neue wirkliche Freunde zu finden ist, vor allem im späten Erwachsenenleben, nicht leicht. Wir sind vorsichtiger geworden, weniger offen und haben feste Vorstellungen von dem, was wir wollen, was wir brauchen und was wir überhaupt nicht tolerieren. Fangen Sie deshalb am besten damit an, frühere freundschaftliche Beziehungen wiederzubeleben.

Auszug aus meinem Buch: Aufbruch zu neuen Ufern -Gut vorbereitet in den Ruhestand

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