von Ursula Kraemer | Aug. 28, 2015 | Lebensgestaltung, Ruhestand

Das ältere Gehirn kann vorhandenes Wissen reproduzieren und ist auch in der Lage, bis ins hohe Alter neue Informationen aufzunehmen.
„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“ Dieses oft zitierte Sprichwort hat spätestens nach den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft seine Gültigkeit verloren. Das ältere Gehirn, so die Ergebnisse, kann vorhandenes Wissen jederzeit reproduzieren und ist darüber hinaus auch in der Lage, bis ins hohe Alter neue Informationen aufzunehmen und zu verarbeiten. Und dies oft sogar schneller als jüngere Menschen, denn neues Wissen wird mit vorhandenen Informationen verknüpft und lässt sich so schneller aneignen.
Wenn die Arbeit Sie nicht mehr so sehr in Anspruch nimmt und mehr Zeit zur Verfügung steht, ist dies eine gute Gelegenheit, neue Wissensgebiete zu erobern oder sich an frühere Hobbys zu erinnern und sich darin weiterzuentwickeln.
Die Angebote sind heute umfangreicher denn je.
Volkshochschulen
Das Angebot der Volkshochschulen hat sich gegenüber früher stark gewandelt. Neben den traditionellen Kursen wie Sprachen und Gymnastik steht heute in den meisten Städten ein breit gefächertes Programm zur Auswahl. Es gibt z.B. Kunstexkursionen mit vorheriger Einführung, Fotografieren, Astronomie, Geologie oder auch ein Weinseminar. Sie können das Nähen lernen, sich psychologisch weiterbilden, Vorträge zu aktuellen Themen anhören oder die Anwendung des einen oder anderen PC-Programms erlernen.
Oft gibt es spezielle Kurse für Menschen 50plus, falls Sie befürchten, nicht die nötigen Voraussetzungen mitzubringen oder etwas langsamer zu verstehen als jüngere Teilnehmer.
Besonders bei Kursen, die über einen längeren Zeitraum laufen, bietet sich die Gelegenheit, mit anderen in Kontakt zu kommen, sei es für den Umtrunk nach Ende des Kursabends oder sei es, weil sie für den Erfahrungsaustausch nach Ablauf des Seminars einen geeigneten Partner finden.
Seniorenstudium
Eine große Zahl an Universitäten bieten das Seniorenstudium an. Unter der Adresse www. senioren-studium.de sind alle Möglichkeiten in den einzelnen Bundesländern aufgelistet, so dass Sie das Geeignete für sich finden können. Wenn nicht, dann ist vielleicht ein Fernstudium für Sie der richtige Weg. Auch hierzu finden Sie auf der oben genannten Website Ansprechpartner.
Sollten Sie bereits über einen akademischen Studienabschluss verfügen, steht sogar einer Promotion im fortgeschrittenen Alter nichts im Wege. Warum nicht nachholen, was in früheren Zeiten aus den verschiedensten Gründen nicht möglich war?
Büchereien
Wenn Sie sich lieber zu Hause mit neuen Themen beschäftigen möchten und Sie nicht selbst über die notwendigen Unterlagen verfügen, wird Sie Ihr Weg sicher in eine gut sortierte Bücherei führen. Auch wenn eine solche nicht vor Ort ist, besteht immer noch die Möglichkeit, sich über Fernleihe das Passende zu besorgen.
Internet
Nie war es leichter, an Wissen heranzukommen als heute über das Internet, da man Wissen nicht mehr wie früher „unter Verschluss“ hält, sondern gerne und oft auch kostenlos mit anderen teilt. Surfen Sie einmal im Internet zu den für Sie interessanten Themen und Sie werden staunen, wieviele Blogs, eBooks oder Videos es dazu gibt. Manche Experten bieten kleine Kursreihen an, deren einzelne Abschnitte sie in regelmäßigem Rhythmus an ihre Interessenten verschicken. Auch wenn Sie zu Hause vor dem Monitor sitzen, heißt das nicht, alleine zu sein. Die Erfahrungen mit den Programmen und Ihre persönlichen Ergebnisse der gestellten Aufgaben können Sie in Foren oder in geschlossenen Facebookgruppen präsentieren und mit den anderen diskutieren.
Wenn Sie lieber eine Demonstration anschauen anstatt Anleitungstexte zu lesen, dann sollten Sie mal bei Youtube vorbeischauen. Auch hier werden Sie sicher fündig. Für mich ist Youtube inzwischen eine wichtige Informationsquelle geworden. Ich finde Lösungen für Computerprobleme, lerne über die Videos vieles, was mich beim Malen und Zeichnen weiterbringt und habe vor kurzem entdeckt, dass fast alle Musikstücke, die ich am Klavier spiele oder lernen möchte, bei Youtube hochgeladen wurden. So kann ich mir anhören kann, wie die Stücke klingen sollten.
Bei dieser Gelegenheit habe ich gelesen, dass man Musikunterricht auch via Skype buchen kann. Sie spielen vor der Kamera Ihres Computers und erhalten sofortige Rückmeldung von Ihrem Lehrer, der an einem ganz anderen Ort sitzt. Sollten Sie also auf einem Berg oder einer einsamen Insel wohnen, ist dies keine Entschuldigung, Ihre musikalischen Fähigkeiten brach liegen zu lassen.
Eine Menge Anregungen und Informationen bietet auch
Pinterest (Pin = Pinnen, Interest = Interesse).
Wenn Sie sich dort angemeldet haben, können Sie unter Stichworten eigene Pinnwände anlegen und Fundstücke aus dem Netz oder von den Pinnwänden anderer Nutzen in Form von Fotos festhalten. Diese sind in der Regel sind mit Websites verlinkt oder führen direkt zu Youtube. In beiden Fällen finden Sie dann Anleitungen, wie Sie selbst zu den gewünschten Ergebnissen kommen können.
Pinterest hat in kürzester Zeit Millionen Nutzer auf der ganzen Welt angezogen, was die Suche nach neuen Ideen noch spannender macht, weil Sie mit anderen Kulturen und Strömungen in Kontakt kommen. Und vielleicht nebenbei sogar noch bei etlichen Anleitungen Ihre Englischkenntnisse aufpolieren können. Auf Pinterest werden z.B. Rezepte genauso ausgetauscht wie Ideen für die Garten- oder Reisegestaltung, lesenswerte Zitate, Anleitungen für Handarbeiten oder Reparaturen und sehr vieles mehr.
Es gibt also jede Menge Möglichkeiten, sich auch in den späteren Jahren weiterzubilden und zu entwickeln. Um alle ausschöpfen zu können, wäre es gut, Sie würden Ihre PC-Kenntnisse ausbauen oder sich jemanden an die Hand holen, der Ihnen das nötige Wissen vermittelt. Dann steht Ihnen die Welt offen – sogar auch dann, wenn Sie irgendwann einmal nicht mehr so gut Fuß sind.
Interessant auch der Artikel: Graue Zellen oder bleib wie ein Schwamm
von Ursula Kraemer | Juni 17, 2015 | Lebensgestaltung
Der große Reichtum
Stell dir vor, du hättst bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen:
Jeden Morgen, stellt die die Bank 86400 Euro auf deinem Bankkonto zur Verfügung. Doch dieses Spiel hat auch Regeln, so wie jedes Spiel bestimmte Regeln hat.
Die erste Regel ist:
Alles, was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird wird dir wieder weggenommen. Du kannst das Geld nicht einfach auf ein anderes Konto überweisen, du kannst es nur ausgeben. Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet dir die Bank eine neues Konto mit neuen 86400 Euro für den kommenden Tag.
Zweite Regel:
Die Bank kann das Spiel ohne Vorwarnung beenden, zu jeder Zeit kann dir sagen: Es ist vorbei. Das Spiel ist aus. Sie kann das Konto schließen und Sie bekommen kein neues mehr. Was würden Sie tun?
Würdest du dir alles kaufen, wonach dir der Sinn steht?
Nicht nur für sich selbst, auch für alle Menschen, die du liebst?
Vielleicht sogar für Menschen, die du nicht kennst, da du das alles nie nur für dich alleine ausgeben könnten?
Würdest du versuchen, jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen?
Oder?
Was wie ein Spiel aussieht, ist jedoch Realität: Jeder von uns hat so eine „magische Bank“….. Wir sehen das nur nicht…. Die magische Bank ist die Zeit…..
Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt und wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gutgeschrieben…. Was wir an diesem Tag nicht gelebt haben, ist verloren, für immer verloren. Gestern ist vergangen. Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen, ohne Vorwarnung…. Was also machen Sie mit Ihren täglichen 86400 Sekunden? Sind sie nicht viel mehr wert als die gleiche Menge in Euro?
Am Ende
Der einzige Schluss, den wir aus dieser Geschichte ziehen kann: Anfangen zu leben, jeden Moment auszukosten, ihn nicht mit Jammern zu verbringen, sondern sich freuen an den Dingen, die schön sind und uns umgeben.
(Autor unbekannt)
Stattdessen sollten wir uns Ideen für eine erfüllende Lebensgestaltung holen: Quellen der Inspiration
von Ursula Kraemer | März 8, 2015 | Hobby, Lebensgestaltung
Sie lesen leidenschaftlich gerne? Und kaufen sich auf immer wieder neue Bücher? Dann sind Sie vermutlich auch schon vor dem Problem gestanden, wo Sie all Ihre Schätze unterbringen sollen. Bei genauerer Betrachtung allerdings merken Sie, dass sich nicht jedes Buch aufzuheben lohnt. Es entspricht nicht mehr Ihren Interessen, es war ein Fehlkauf, den Sie nach kurzem Anlesen wieder beiseitegelegt haben oder Sie wissen schon heute, dass Sie dieses Buch nie mehr in die Hand nehmen werden.
Doch dann stellt sich die Frage: Wohin mit diesen alten Büchern? Wenn es Ihnen widerstrebt, sie wegzuwerfen, möchte ich Ihnen mit diesem Artikel einige Alternativen aufzeigen:
Spenden
Sie könnten Ihre Bücher an Krankenhäuser, Altenheime, Büchereien, Kirchen und Gefängnisse spenden, dort freut man sich über gut erhaltene Exemplare.
Freilassen
Eine andere Möglichkeit, sich von alten Büchern zu trennen, ist, sie „freizulassen“ und dafür zu sorgen, dass ein anderer sie mitnimmt. Deponieren Sie Ihr Buch in einem Zug, in der U-Bahn oder auf einer Parkbank, versehen mit dem Vermerk „Zu verschenken“. Dies kann einen Schneeballeffekt auslösen, bei dem der Finder animiert wird, seinerseits auch ein Buch „freizulassen.“
Wer wissen möchte, bei wem sein Buch gelandet ist, meldet sich auf der Plattform Bookcrossers an, wo man das Buch registrieren kann. Es bekommt so eine Nummer, anhand der man den Weg verfolgen kann. Wer hat es gefunden und wo? Wo wurde es wieder ausgesetzt? Welche Leser kamen danach? Doch nicht nur diese Informationen werden hinterlegt: LeserInnen können auch eine Bewertung des Buches eingeben, wodurch sich manches Mal ein reger Austausch entspannt.
Bookcrossers wurde 2001 gegründet und zählte im Jahr 2012 bereits 1,5 Millionen Nutzer mit mehr als 9 Millionen registrierter Bücher.
Verkaufen
Wer seine alten Bücher zu Geld machen möchte, kann sie über eine Online- Plattform verkaufen. Bei Amazon stellen Sie Ihre Titel ein und werden benachrichtigt, wenn es einen Interessenten dafür gibt. Sie verschicken dann das Buch und erhalten über Amazon den erzielten Preis minus die Verkaufsgebühr. Auch Booklooker funktioniert auf diese Weise.
Anders läuft es bei Momox. Dort geben Sie den Barcode oder die ISBN-Nummer der Bücher ein, die Sie verkaufen wollen, schicken Ihr Paket (bis 25 kg) kostenlos dorthin und erhalten sofort den Erlös. Nicht nur Bücher wechseln dort den Besitzer, auch CDs, Hörbücher, Filme und Platten kommen so in neue Hände.
Tauschen
Wer lieber in der Nähe bleibt, bietet Freunden Bücher zum Tausch an. Im Gegenzug erhalten Sie so vielleicht manches Exemplar, das Sie auch interessiert, das Sie aber nicht kaufen wollten oder das sogar vergriffen ist. Sie könnten dabei die Gelegenheit ergreifen, bei Ihren Freunden vorzuschlagen, beim nächsten Zusammenkommen über eines dieser Bücher zu diskutieren.
Buchschachtel
Die einfachste Variante, sich von Büchern zu trennen, ist, sie in einen Karton zu packen und Ihren Gästen anzubieten, sich vor dem Weggehen etwas herauszunehmen. Oder Sie stellen diesen Bücherkarton vor die Haustür mit dem Vermerk: „Bitte bedienen Sie sich.“
Offene Bücherschränke
In vielen Städten gibt es heute offene Bücherschränke, die im öffentlichen Raum, d.h. für jedermann zugänglich, aufgestellt sind. Wer möchte, nimmt sich aus diesen Bücherschränken Bände mit und/oder stellt eventuell auch wieder Neue ein. Auf der Seite Offene Bücherschränke von Wikipedia finden Sie eine (unvollständige) Liste solcher offenen Bücherschränke.
Sollte es in Ihrer Stadt, an Ihrem Ort keinen geben, wäre dies vielleicht ein Anstoß, Initiator eines solchen zu werden.
Büchertüten
Bei meinem letzten Besuch in Hamburg entdeckte ich bei einem Glassammelcontainer eine Tragetasche mit der Aufschrift „Bitte nehmen Sie mich mit“. Drinnen steckten einige Bücher, darunter sogar ein Kreativbuch, das schon lange vergriffen war und nach dem ich bisher vergeblich gesucht hatte.
Bücherflohmarkt
Mit Ihren ausgelesenen Büchern können Sie auch einen guten Zweck verbinden. So sammelt z.B. Amnesty International in einigen Städten für regelmäßige Flohmärkte gut erhaltene Bücher. Der Erlös kommt der Menschenrechtsarbeit zu.
Auch andere Einrichtungen richten Flohmärkte ein, um den Erlös dann ihren sozialen oder karikativen Projekten zukommen zu lassen. Informationen hierzu finden Sie im Internet.
Etwas Neues daraus machen
Wer seine alten Bücher lieber doch behalten möchte, der kann sie einem neuen Zweck zuführen: Im Buch „Neues aus alten Büchern: 35 Projekte für spielerisches Recycling“ finden Sie viele Ideen dazu. Gestalten Sie Grußkarten, Scherenschnitte oder Blumengebilde nach diesen Vorlagen. Wenn Sie eher eine Anleitung zum Anschauen brauchen, hier ein Video. Papierkranz aus Buchseiten
Ein anderer Titel zum Thema: „Kunst aus Büchern: 28 Projekte für spielerisches Recycling“. Hier finden Sie Anregungen, wie Sie mit Falten, Rollen, Zerlegen und Heften Objekte kreieren, die mit dem ursprünglichen Buch nichts mehr gemein haben.
Und noch etwas: Alte Buchseiten eignen sich hervorragend zur Verwendung in Collagen. Das mache ich zum Beispiel.
Foto: Pixabay Lubos Houska
von Ursula Kraemer | Aug. 21, 2014 | Lebensgestaltung
Niemand möchte hilflos den Entscheidungen anderer ausgeliefert sein. Warum aber denn, so fragt man sich, kümmern sich so wenige Menschen darum, was geschieht, wenn eines Tages der Notfall eintritt. Wenn eine Krankheit aus der Bahn wirft, wenn ein Unfall die eigene Geschäftsfähigkeit zumindest zeitweise unmöglich macht. Wenn Sie glauben, dass dann der Ehepartner, der Lebensgefährte oder die Kinder automatisch diese Aufgaben für Sie übernehmen werden, sind Sie auf dem Holzweg. Es braucht in jedem Fall eine schriftliche Erklärung, damit Angehörige, aber auch Ärzte, Ihrem Wunsch folgen können. Und wenn Sie meinen, diese Angelegenheiten hätten immer noch Zeit, dann sollten Sie sich vor Augen führen, dass Autounfall, Schlaganfall oder Herzinfarkt keine Frage des Alters sind.
Finanzielle Vorsorge
Wer längere Zeit im Krankenhaus oder in der Reha zubringen muss, sieht sich oft außerstande, laufende finanzielle Angelegenheiten zu regeln. Wer überweist Rechnungen, die im Briefkasten landen, wer kann Geld von Ihrem Konto abheben, weil Vorauszahlungen der Pflege anfallen oder Sie Bargeld brauchen?
Mit der finanziellen Vorsorgevollmacht wird geregelt, welche Vertrauensperson über Ihre Vermögens-, Gesundheits- und Lebensfragen entscheiden darf. Sie kann Verträge schließen und kündigen und Sie gegenüber Banken, Krankenkassen, Versicherungen und Vermietern vertreten.
Es ist auch möglich, mehrere Personen einzusetzen und festzulegen, wer welche Aufgaben übernehmen soll. Wer im Besitz einer solchen Vollmacht ist, ist von regelmäßigen Kontrollen des Gerichts entbunden, was gerade Familienangehörige sehr entlastet.
Kontaktieren Sie einen Anwalt oder Notar, damit die Vollmacht rechtssicher formuliert ist. Sollten Sie ein Haus besitzen, ist der Gang zum Notar unerlässlich. Bei ihm können Sie die Vollmacht auch hinterlegen oder sie zumindest registrieren lassen. Der Notar gibt sie aus, wenn der Betreuungsfall eingetreten ist. Wenn Sie die Vollmacht zu Hause aufbewahren, teilen Sie der bevollmächtigten Person den Aufbewahrungsort mit.
Betreuungsvollmacht
Man möchte es nicht wünschen, doch leider bringt es mancher Schicksalsschlag mit sich, dass Sie nicht mehr in die eigenen vier Wände zurückkehren können und anderweitig untergebracht werden müssen. Oder Sie können sich selbst nicht mehr versorgen, eine häusliche Betreuung ist zu organisieren, sie muss angeleitet und kontrolliert werden. Erwachsene Kinder können in solchen Fällen nicht einspringen, sie sind beruflich oft sehr eingebunden, haben eine eigene Familie zu versorgen oder wohnen in großer Entfernung zu den Eltern. Ob ein Betreuungsfall vorliegt, entscheidet das Gericht und auch, wer im Namen des zu Betreuenden handeln darf. Er bestimmt über Ihr finanzielles und persönliches Wohl. Das geht so weit, dass dieser Betreuer auch entscheiden darf, ob eine Immobilie verkauft werden muss, um die Kosten für die medizinische Behandlung und die Unterbringung in einem Heim zu finanzieren.
Wer nicht selbst vorsorgt, bekommt einen Betreuer von der Behörde zugeteilt. Halten Sie deshalb in der Betreuungsverfügung fest, wie Sie leben wollen, welchen Betreuer Sie wünschen und wer Sie behandeln soll.
Patientenverfügung
Die Vorstellung, in den letzten Tagen oder Wochen des Lebens an Schläuchen angeschlossen zu sein und so am Leben erhalten zu werden, lässt erschaudern. Wer selbst entscheiden möchte, welche ärztliche Hilfe er annehmen möchte und was auf keinen Fall mehr gemacht werden soll, tut gut daran, eine Patientenverfügung abzufassen. In diesem Schreiben wird geregelt, wann auf lebensverlängernde Maßnahmen verzichtet werden soll, ob eine künstliche Ernährung geduldet wird oder ob wiederbelebt werden soll.
Nicht immer erschließen sich die Konsequenzen, die sich aus einem Kreuzchen in den Formularen einer Patientenverfügung ergeben. Sprechen Sie deshalb mit Ihrem Arzt die Fragen durch und lassen Sie sich beraten. Er wird auch bereit sein, die Patientenverfügung an sich zu nehmen, um sie im Ernstfall griffbereit zu haben.
Bei Verbänden, im Internet und einschlägigen Beratungsstellen gibt es Vorlagen, die das Abfassen von Vollmachten erleichtern. Auch im Buchhandel erhalten Sie entsprechende Formulare.
Doch bevor Sie sich daran machen, Ihre Wünsche zu Papier zu bringen, setzen Sie sich mit denjenigen zusammen, die Sie einsetzen möchten und besprechen Ihr Vorhaben: Was könnt Ihr leisten, was nicht? Was wünsche ich mir von Euch und wo sehe ich Euch überfordert? Wer kann welche Aufgaben übernehmen?
Sind Vollmachten erst einmal abgefasst, werden nicht nur Sie selbst entlastet sein, sondern im Ernstfall auch Ihre Angehörigen, die sich dann nicht mit offiziellen Stellen herumschlagen müssen oder ständig das latente Gefühl haben, vielleicht doch nicht in Ihrem Sinne zu entscheiden.
Egal, wie alt Sie sind: Schieben Sie es nicht zu weit hinaus, sondern gehen Sie es an. Nicht dass es irgendwann heißt, wir dachten, wir hätten noch so viel Zeit.
Schlussbemerkung: Dieser Beitrag möchte Sie lediglich für das Thema sensibilisieren. Bitte informieren Sie sich für Ihre konkrete Situation bei den entsprechenden Fachleuten.
Foto: Pixabay sevenheads
von Ursula Kraemer | Mai 1, 2014 | Beruf, Lebensgestaltung
Selbständig mit 50plus? Wer seinen Arbeitsplatz verliert und trotz intensiver Bemühung keine neue Stelle findet, wer im Ruhestand nicht zur Ruhe kommt, sondern sich noch einmal beweisen möchte, der denkt über die Möglichkeit einer Selbstständigkeit nach. Was bei einer geplanten Existenz- gründung zu beachten ist und welche Schritte zu einem erfolgreichen Unternehmen führen, lesen Sie in diesem Artikel.
1. Sie sind eine Unternehmerpersönlichkeit?
Nicht jeder taugt zum Unternehmer. Wenn Sie sich bisher wohlgefühlt haben, einen festen Arbeitsauftrag zu haben, klare Vorgaben zu bekommen, wie eine Aufgabe erledigt sein soll und einen Arbeitsalltag lieben, der von anderen vorstrukturiert wird, dann werden Sie sich als Selbständiger schwer tun.
Unternehmer zu sein bedeutet, aktiv zu sein, mit wechselnden Herausforderungen umgehen zu können, kreative Lösungen zu entwickeln für Probleme, die bisher nicht aufgetaucht waren. Und stark zu sein in mündlicher und schriftlicher Kommunikation. Denn zu Ihren Aufgaben wird es gehören, mit unterschiedlichen Menschen in Kontakt zu sein, was deren Erwartungen betrifft, ihre Bildung oder die Fähigkeit, sich auszudrücken. Das bedeutet für Sie, dass Sie in der Lage sind zuzuhören, nachzufragen, Ihre Vorstellungen klar zu äußern, zu präsentieren und vor allem eins: zu verkaufen. Nur dann werden Sie in der Lage sein, Kunden zu gewinnen und Geschäfte zu machen.
2. Mit welcher Geschäftsidee gehen Sie an den Start?
Als Erstes werden Ihnen vermutlich die Tätigkeiten einfallen, mit denen Sie bisher Ihr Geld als Angestellter verdient haben. Das kann eine gute Idee sein, vor allem, wenn Sie sich an Kunden wenden können, die Sie bereits aus Ihrer Festanstellung kennen oder wenn Sie für Ihren früheren Arbeitgeber als Freelancer oder Berater arbeiten wollen. Doch sollten Sie in diesem Fall ganz genau darauf achten, dass die Vertragsbedingungen Ihren Vorstellungen und Bedürfnissen entsprechen.
Andererseits lohnt es sich, noch einmal grundlegend nachzudenken, bevor Sie eine Entscheidung treffen. Vielleicht haben Sie Lust und die Chance , etwas ganz Neues zu beginnen. Was können Sie besonders gut? Damit meine ich nicht nur die Fähigkeiten, die Ihnen in Zeugnissen bescheinigt worden sind, sondern auch Ihre persönlichen Stärken und Eigenschaften. Dazu gehört der grüne Daumen ebenso wie ein Gespür für Farben oder analytisches Denken. Aus allen Ihren Kompetenzen und Stärken lässt sich oft eine gute Geschäftsgrundlage ableiten. Das gelingt Ihnen, wenn Sie sich fragen, welche Probleme Sie mit Ihren Stärken lösen können und welche Menschen diese Probleme haben. Doch das allein reicht noch nicht. Die Antwort auf die Frage, ob diese Menschen ihre Problem auch tatsächlich lösen wollen und ob sie bereit sind, dafür Geld auszugeben, ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, damit eine Geschäftsidee keine Luftblase bleibt, sondern auf Dauer trägt.
3. Was gehört in den Geschäftsplan?
Auch wenn Sie ihn nicht für ein Gespräch mit der Bank brauchen: Ein Geschäftsplan ist wichtig. So wie kein Architekt ein Haus bauen würde ohne einen detaillierten Plan, genauso wenig sollten Sie in Ihre Selbständigkeit starten, ohne sich über grundlegende Entscheidungen im Klaren zu sein. Was genau wird Ihr Geschäftsfeld sein? Wodurch wird sich Ihr Unternehmen von anderen unterscheiden? Bringen Sie alle fachlichen Fähigkeiten mit, um Kundenanfragen befriedigend erfüllen zu können? Mit welchen Angeboten werden Sie starten? Zu welchen Preisen? Welches ist der richtige Standort? Welche Zielkunden wollen Sie erreichen und wie? Was wird die Gründung und die erste Zeit danach kosten und wie werden Sie dies finanzieren?
4. Wo gibt es Fördermittel?
Wenn Sie nicht über das nötige Kapital für die Existenzgründung verfügen, heißt das noch lange nicht, dass Sie Ihr Vorhaben nicht in die Tat umsetzen können. Für die Anschaffung von Maschinen, die Ausstattung von Räumen, aber auch für eine Betriebsübernahme u.v.m. stehen unterschiedliche Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Auch für ein Begleitcoaching in den ersten fünf Jahren gibt es finanzielle Unterstützung. Eine besondere Rolle spielt hierbei die KFW-Mittelstandsbank, die ein Förderprogramm aufgelegt hat und auch die EU, die zinsvergünstige Kredite vergibt. Die meisten Fördermittel werden nur in Zusammenarbeit mit der Hausbank vergeben. Es lohnt sich, vor der Antragstellung mit einem kompetenten Berater z.B. von der IHK zu sprechen, um einen formgerechten Antrag zu formulieren. Und natürlich auch zu vergleichen, welche Bank Ihre Hausbank werden soll.
5. Wer berät?
Es gibt Beratungsstellen bei den örtlichen IHKen, den Handwerkskammern oder den Einrichtungen der regionalen Wirtschaftsförderung. Banken, Steuerberater und Rechtsanwälte bieten ebenfalls persönliche (z.T. bezahlte) Informationen an. Für diejenigen, die am liebsten ein Seminar oder einen Workshop besuchen, stehen Existenzgründertage oder thematische Vertiefungen wie z.B. zu Marketing und Vertrieb oder dem Abfassen des Geschäftsplans zur Wahl.
Darüber hinaus finden Sie natürlich zu allen Fragen rund um die Existenzgründung Informationen im Internet oder in einer fast unüberschaubaren Menge an Literatur. Diejenigen, die sich am liebsten mit anderen potenziellen Jungunternehmern austauschen wollen, sollten Gründerstammtische besuchen. Besonders hilfreich sind dabei allerdings nicht solche Kollegen, die im gleichen Stadium der Planung und Entscheidung stehen, sondern diejenigen, die schon einige Schritte weiter sind und von deren Erfahrung Sie profitieren können. Ein solches Netzwerk sollten Sie auf jeden Fall aufbauen, es ist auch in der Zeit nach der Gründung von großem Nutzen.
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Nachtrag: Dieser Artikel ist entstanden, nachdem eine Reihe von Klienten zu mir ins Coaching kamen, weil sie ihren Arbeitsplatz mit 50plus verloren hatten und wir nach Alternativen suchen mussten. Es fließen auch meine Erfahrungen als langjährige Gründungsberaterin der KfW-Bank und als Dozentin bei den monatlich stattfindenden Existenzgründertagen der IHK Bodensee-Oberschwaben mit ein.
Wenn du daran interessiert bist, eine Selbständigkeit aufzubauen, die Positionierung zu klären und Marketing zu machen, dann melde dich für ein kostenfreies, unverbindliches Gespräch an. Ich kann dich bei diesen Themen unterstützen.