von Ursula Kraemer | Juli 3, 2012 | Hobby
Die Zahl ist gigantisch: Seit es die digitale Fotografie gibt, werden allein in Deutschland pro Monat mehr als 2 Milliarden Fotos geschossen. In den allermeisten Fällen handelt es sich dabei um Reisebilder und Schnappschüsse, die entweder auf dem heimischen Computer gespeichert oder auf Plattformen wie Facebook hochgeladen werden. Doch das Fotografieren kann mehr sein die aus der Hand geschüttelte Dokumentation des Augenblicks und die Befriedigung der Sammelleidenschaft. Wer sich auf die Suche macht nach den Besonderheiten, die dem normalen Beobachter entgehen, findet ein befriedigendes Hobby und lernt, die Welt mit anderen Augen zu sehen.
Knipsen Sie noch oder fotografieren Sie schon?
Besonders im Sommer kann man Urlauber sehen, die schnell aus dem Auto oder dem Bus austeigen, einen kurzen Blick in die Runde werfen und mit ausgestreckten Armen ihre Kamera auf die im Reiseführer gelobte Aussicht oder die Sehenswürdigkeit des jeweiligen Ortes richten. Ein Klick, das Bild ist in der Tasche und kann mit nach Hause genommen werden. Die Fahrt geht weiter.
Wenige prüfen durch den Sucher ihres Fotoapparats den Bildausschnitt, suchen einen anderen Standort, ändern die Kameraeinstellungen oder nehmen gar für eine ungewöhnliche Perspektive ungewöhnliche Positionen ein, bevor sie abdrücken.
Zu Beginn eine gute Beratung
Wer sich entschließt, die Fotografie zu seinem Hobby zu machen, wird sich fragen, ob die vorhandene kleine Digitalkamera dafür ausreicht oder ob die Anschaffung eines ‚richtigen‘ Fotoapparats notwendig ist. Welches die passende Kamera ist, hängt sehr von den Wünschen und Zielen des Benutzers ab. Auch kleine digitale Apparate haben heute viele Funktionen, die es kennenzulernen gilt und die eine gewisse Gestaltung der Aufnahmen zulassen. Was für den Anfang sicher ausreicht.
Die Anschaffung einer neuen Kamera sollte nicht ohne eingehende Beratung erfolgen, zumal gerade bei einer Spiegelreflexkamera die Wahl des sog. Bodys (Kamera ohne Objektiv) darüber entscheidet, welche Ausrüstung mit Objektiven möglich ist. Mal muss auf (oft teurere) Originalobjektive zurückgegriffen werden, mal ist auch die Kombination mit (günstigeren) Objektiven anderer Marken möglich.
Wenn nicht Urlaubsbilder – was dann?
Die meisten Bilder werden im Urlaub geschossen. Unbekannte Orte und schöne Momente laden ein, auf den Auslöser zu drücken. Doch ist keine Reise nötig, um zu fotografieren. Die Motive liegen direkt vor der Haustüre. Der eine mag seine Liebe zur Naturfotografie entdecken, weil er einen Garten besitzt, ein anderer geht in der Stadt auf Motivsuche: Gebäude, Straßenszenen, heruntergekommene Plätze oder romantische Winkel sind es wert, festgehalten zu werden. Wieder ein anderer schaut gerne sehr genau hin, findet überall bemerkenswerte Details und macht die Makrofotografie zu seinem Hobby. Der nächste verschreibt sich der Portraitfotografie. Ein Großteil aber möchte sich gar nicht festlegen und wechselt zwischen den verschiedenen Genres.
Eine andere Möglichkeit, sich der Fotografie zu nähern, ist der thematische Fotospaziergang. Warum nicht einmal die Augen offen halten und Motive entdecken, die rund oder eckig sind? Die die Farbe Rot repräsentieren oder auf denen alles paarweise erscheint? Es gibt eine Fotografin, die sich mit ihren Aufnahmen von verschiedenen Gullydeckeln einen Namen machte. Die Fotografie ist individuell, vielseitig und das macht sie so spannend.
Das Beste rausholen
Die richtigen Einstellungen wie Blende, Weißabgleich oder Perspektive entscheiden in erster Linie über die Qualität der Aufnahme. Doch meist machen nachträgliche Korrekturen und eine Änderung des Bildausschnitts aus einem gewöhnlichen Foto erst ein Bild mit einer besonderen Aussage. Bearbeitungsprogramme stehen hier sowohl dem Anfänger als auch dem Profi zur Verfügung.
Das Wissen erweitern
Je intensiver man sich mit einem Hobby beschäftigt, desto mehr möchte man seine Fähigkeiten erweitern und Neues dazu lernen. Das ist in erster Linie in Kursen wie z.B. an der Volkshochschule möglich. Wer es lieber auf sich gestellt und von zu Hause machen möchte, findet in Büchern, Zeitschriften oder in speziellen Internetforen Anregung und Austausch. Letztere allerdings sollte man mit Bedacht wählen, nicht in allen Foren herrscht ein angemessener Umgangston. Man muss sich dort oft auch auf herbe Bildkritik einstellen oder erlebt richtige Glaubenskämpfe, was Bewertungskriterien und Ausstattung angeht.
In vielen Städten gibt es Fotoclubs, in denen nicht nur Bilder besprochen werden, sondern auch viel Wissenswertes zu Ausrüstung, Software und Aufnahmetechniken ausgetauscht wird. Gemeinsame Fototouren und ein anschließender Vergleich der geschossenen Bilder macht Spaß und bringt neue Erfahrungen. Viele Fotoclubs organisieren Ausstellungen für ihre Mitglieder, eine Gelegenheit, die man unbedingt nutzen sollte.
Das Foto ist Spitze und dann?
Wer schöne Aufnahmen gemacht hat, möchte sie natürlich auch zeigen und nicht nur auf der Festplatte ablegen. Sie auszudrucken oder in einem Fotobuch zusammenzustellen, ist eine beliebte Möglichkeit. Auf Fotoplattformen wie flickr kann man seine Bilder kostenlos hochladen und entscheiden, ob die Aufnahmen öffentlich zu sehen sind oder nur eingeladene Freunde Zugriff haben. Wer hofft, Geld mit seinen gelungenen Aufnahmen zu verdienen, kann sie bei fotolia, pixilio, photocase oder ähnlichen Plattformen einstellen. Bei einer Veröffentlichung der Bilder ist allerdings vorher die Einwilligung der abgebildeten Personen einzuholen. Andernfalls ließe der Ärger nicht lange auf sich warten.
Für den privaten Gebrauch bietet sich ein digitaler Bilderrahmen an, der Fotos abwechselnd zeigt oder ein Ausdruck in größerem Format, um die Bilder als Wanddekoration zu rahmen. Und warum nicht gelungene Fotos auf Briefkarten zu drucken, um selbst immer einen Vorrat für besondere Schreibgelegenheiten zu haben oder sie im 10er Pack zu verschenken?
Wie es zu diesem Artikel kam
Vor einigen Jahren habe ich mir eine Spiegelreflexkamera gekauft und fotografiere seither mit Begeisterung. Dieser Artikel gibt meine eigenen Erfahrungen wieder in der Hoffnung, Sie mögen sich ebenso wie ich ein neues Hobby erschließen, das viel Freude macht.
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Foto Ursula Kraemer
von Ursula Kraemer | Juni 8, 2012 | Lebensgestaltung, Menschen
Wissen weitergeben von Generation zu Generation, verbindet uns. Es führt uns zu unseren Wurzeln zurück und hält Erfahrungen lebendig.
Wenn wir mehr über unsere Vorfahren in Erfahrung bringen können, führt uns das unseren Wurzeln. Wir merken, dass wir nicht ein einzelnes Individuum sind, sondern das Glied in einer langen Kette von Generationen. Wir können erkennen, welche Themen sich durchziehen wie ein roter Faden und was uns bewusst und unbewusst geprägt hat. Und auch, was wir von den Generationen vor uns empfangen haben und wofür wir dankbar sein können.
Weil wir zu dieser Kette gehören, ist es unsere Aufgabe, auch für die eigenen Nachkommen Wissen und Erfahrungen zu bewahren und sie ihnen in geeigneter Form weiterzugeben.
Als ich neulich in einem Kellerschrank etwas suchte, fiel mir ein Ordner in die Hände. Darin ordentlich abgeheftet viele Seiten, manche handgeschrieben, meist jedoch mit der Schreibmaschine getippt. Es waren Abschriften, dazwischen aber auch vergilbte Originale.
Ich staunte nicht schlecht: Es waren Unterlagen der Familienchronik der väterlichen Linie, von der ich glaubte, keine Angaben zu haben. Jetzt hielt ich Belege in Händen, die zurück bis in das Jahr 1746 datierten. Ich begann zu blättern. Meist erinnerten nur vier Seiten an das Leben meiner Vorfahren: Geburtsurkunde, Taufschein, Heiratsurkunde und Sterbeurkunde. Vier Blätter bloß. Schade, dass nur so wenig an sie erinnerte.
Doch dann fand ich in manchen Dokumenten weitere Informationen: Die Berufe meiner Vorfahren, die Zahl ihrer Kinder, die Herkunft der Partner. Und plötzlich wurde mir klar: Dass meine Liebe zum Hobby Handweben nicht von ungefähr kam, sondern mir durch etliche Weber in früheren Zeiten in die Wiege gelegt wurde. Ich fand heraus, woher meine Liebe zum Nachbarland Frankreich rührte. Und fühlte mich meiner Großmutter eng verbunden, die für ihre Zeit eine mutige und selbstbewusste Person war, als Witwe drei Kinder großzog und einen Betrieb führte. Ihre Kraft hat sie an mich weitergegeben.
Wie wird weitergegeben?
Die erste Prägung erfährt ein Kind durch den direkten Umgang mit seinen Eltern und Großeltern. Sie vermitteln ihre eigenen Werte, leben Traditionen und Rituale vor und erzählen vielleicht auch Geschichten aus ihrem Leben. Doch mit dem Tod dieser Person versiegt die Quelle. Es sei denn, es gibt Aufzeichnungen. Die können von den Betreffenden selbst erstellt worden sein oder von Menschen aus dem Umfeld. Warten Sie nicht zu lange, bis Sie Ihre Fragen stellen!
Den Reichtum an Familienwissen festhalten
Vieles ist es wert, nicht vergessen zu werden. Familienrezepte, Geschichten, Anekdoten, typische Sätze, Sprichwörter und Bilder natürlich. Oder auch ein kleiner Steckbrief, der die Person beschreibt. Wie sah sie aus? Gab es etwas Charakteristisches? Welche Eigenschaften hatte sie? Welchen Beruf, welche Hobbys? Welche Werte waren ihr wichtig? Welche Position hatte sie im Familiengefüge? Über welche Situationen wurde in der Familie immer gelacht? Ihrer Fantasie als Familienchronist sind hier keine Grenzen gesetzt.
Wenn Sie Ihre Aufzeichnungen dann lesen, werden Sie feststellen., dass es nicht nur Familienwissen ist, was Sie notiert haben, sondern gleichzeitig etwas aussagt über die Kultur der jeweiligen Zeit, die Sprache, die geschichtlichen und sozialen Zusammenhänge.
Wie aufzeichnen?
War früher nur die mündliche Überlieferung üblich, ist das Dokumentieren heute wesentlich bequemer. Am einfachsten ist es, ein Blatt Papier zu nehmen und spontan aufzuschreiben, welche Erinnerungen an die Person in den Sinn kommen, um die es jetzt gehen soll. Wer strukturierter vorgehen möchte, schreibt ein Mindmap und gräbt in seinen Erinnerungen nach bestimmten Stichworten. Sie können Fotos einscannen, Textfragmente tippen und abspeichern. Oder eine Tonaufnahme machen und ein Video drehen. Besonders wertvolle Stücke sind heute im Zeitalter des Computers handgeschriebene Briefe und Notizen.
Wen interessiert denn das?
Das Gefühl für die Generativität, so der Fachbegriff für das Weitergeben von Generation zu Generation, ist bei jungen Menschen noch nicht ausgeprägt. Sie sind dabei, die Welt zu erobern und ihrem eigenen Leben eine Richtung zu geben. Doch dann, wenn sie selbst Eltern werden, spätestens aber in der Lebensmitte, werden die Fragen nach den Wurzeln drängender.
Was möchte ICH hinterlassen?
Wer Familiengeschichten aufschreibt, landet automatisch irgendwann bei sich selbst: Wie möchte ICH eigentlich für meine Nachkommen in Erinnerung bleiben? Was soll von MIR nicht vergessen werden? Hier liegt der Grund, warum spätestens in der Lebensmitte Menschen beginnen, ihre Erlebnisse zu notieren. Damit leisten sie nicht nur einen Beitrag zur Generativität. Ihnen wird durch die Aufarbeitung auch bewusst, welche Lebensthemen der Vorfahren sie aufgegriffen, weitergelebt, umgestaltet oder zu Ende gebracht haben.
Zuallererst aber möchte jeder vermutlich eine Spur im Herzen seiner Angehörigen und Freunde hinterlassen. Sie wird geprägt von der Art, wie wir mit unseren Mitmenschen umgehen, ob wir ein Ohr für sie haben, sie aufbauen und stärken, die Familienbande knüpfen und ein verlässlicher, positiver Teil des Ganzen sind.
Ein weiterer Artikel dazu: Wissen verbindet Generationen
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Foto: Pixabay RitaE
von Ursula Kraemer | Mai 22, 2012 | Lebensgestaltung, Menschen
Paarzeit und Alleingang – ist das Geheimnis einer guten Beziehung.

Als Karin ihren zukünftigen Ehemann Klaus kennenlernte, waren beide ein Herz und eine Seele. Jede freie Minute wollten sie miteinander verbringen. Und so begleitete Karin ihren Klaus zum Fußballplatz und Klaus zog freiwillig jeden Samstagabend mit Karin los zum Tanzen. Doch irgendwann, ganz allmählich, wurden die gemeinsamen Unternehmungen weniger. Bis schließlich jeder seinen Hobbys alleine frönte. „Ich bin drei Abende in der Woche weg und du auch, wo bleibt denn da die Gemeinsamkeit?“ beklagte sich Karin eines Tages.
Beziehungszeit ändert sich
Spätestens wenn ein Paar Eltern wird, bleibt weniger Zeit für gemeinsame Unternehmungen. Wenn es gut läuft, wird das Kind abwechselnd betreut und einer verschafft dem anderen den Freiraum für den geliebten Sport oder das Glas Bier unter Freunden. Auch die Konzentration auf die Karriere lässt die zur Verfügung stehende Zeit schmelzen. Überstunden schmälern die Stunden zu Hause, berufliche Termine erhalten höchste Priorität, Privates wird mit leichter Hand verschoben. So ist die Gefahr ist groß, dass man sich aus den Augen verliert. Und schließlich weiß man nicht mehr, was den Partner/die Partnerin interessiert und beschäftigt. Mit einem festen regelmäßigen gemeinsamen Abend, einem kinderlosen Wochenende oder einem Kurzurlaub lässt sich dieser Entwicklung vorbeugen.
Neue Ziele nach der Elternzeit
Eine neue Phase bricht an, wenn die Kinder flügge geworden sind und das elterliche Nest verlassen. Jetzt ist es an der Zeit, sich als Paar zusammenzusetzen und gemeinsam herauszufinden, worauf sich die Aufmerksamkeit in Zukunft richten soll. Es braucht ein neues Projekt, ein neues Ziel. Hierin liegt die Chance, der Partnerschaft wieder Schwung zu verleihen.
Und spätestens beim Eintritt in den Ruhestand müssen die Weichen noch einmal neu gestellt werden. Es ist weder gut, immer zusammen zu kleben wie die Kletten noch ständig eigene Wege zu gehen. Für eine stabile und glückliche Beziehung ist beides nötig: Zeit des gemeinsamen Erlebens und Zeit für sich selbst.
Eines aber sollte besonders in der Lebensphase 50plus bedacht werden: Es ist nicht gut und sinnvoll, sich nur für weite Reisen, körperliche anstrengende Betätigungen oder kostspielige Unternehmungen zu begeistern. Es braucht für die späteren Jahre auch Hobbys, die auch dann noch ausgeübt werden können, wenn gesundheitliche Beeinträchtigungen und knappere finanzielle Mittel einschränken.
Gemeinsamkeit beflügelt
Die Paare, die ein gemeinsames Hobby pflegen oder die sich zusammen für eine Sache engagieren, genießen die Zweisamkeit anders als wenn sie passiv das Fernsehprogramm konsumieren. Das gemeinsame Erleben beflügelt die Beziehung, die Freude an Gespräch und Austausch verbindet. Man lernt sich von einer neuen Seite kennen, vor allem dann, wenn noch andere Menschen, wie in einem Club oder Verein, mit von der Partie sind.
Auch der Alleingang hat seine Vorzüge
Neuen Gesprächsstoff und damit besondere Anregungen für die Beziehung bringt derjenige nach Hause, der im Alleingang etwas unternimmt. Er/sie kann eigene Vorlieben und Interessen pflegen und muss sich nicht auf das beschränken, was auch den Partner interessiert. Denn wer darauf verzichtet, die eigenen Potenziale zu entwickeln und persönliche Hobbys zu pflegen, wird auf Dauer unzufrieden.
Auch ist es wenig förderlich, den Freundeskreis allein darauf auszurichten, ob beide Partner sich dort wohlfühlen, noch sich zu einem Zusammensein zu zwingen, wenn das nicht der Fall ist. Dies verdirbt nicht nur dem Partner die Laune, es ist auch schade um die eigene Zeit, wenn man sie mit Menschen verbringt, die einem wenig geben.
Wie Sie zu Absprachen finden
Setzen Sie sich hin, jeder für sich, und notieren Sie
- Welche Hobbys möchte ich in Zukunft pflegen und für welche neuen Themen interessiere ich mich?
- Was davon möchte ich gerne alleine/ was mit dem Partner/ der Partnerin unternehmen?
- Welche neuen gemeinsamen Themen fallen mir ein?
- Wieviel Freiraum wünsche ich mir und wieviel gestehe ich meinem Partner zu?
Anschließend sprechen Sie über Ihre Wünsche und Bedürfnisse, vergleichen Ihre Listen und treffen so Vereinbarungen, die für beide stimmig sind.
Und: Solche Absprachen sind nicht in Stein gemeißelt; sie können immer wieder neu ausgehandelt werden, wenn deutlich wird, dass sie nicht mehr passen.
Ein Gedicht zum Abschluss
Von der Ehe
Ihr wurdet zusammen geboren,
und ihr werdet auf immer zusammen sein.
Ihr werdet zusammen sein,
wenn die weißen Flügel des Todes eure Tage scheiden.
Ja, ihr werdet selbst im stummen Gedenken Gottes zusammen sein.
Aber lasst Raum zwischen euch.
Und lasst die Winde des Himmels zwischen euch tanzen.
Liebt einander, aber macht die Liebe nicht zur Fessel:
Lasst sie eher ein wogendes Meer zwischen den Ufern eurer Seelen sein.
Füllt einander den Becher, aber trinkt nicht aus einem Becher.
Gebt einander von eurem Brot, aber esst nicht vom selben Laib.
Singt und tanzt zusammen und seid fröhlich, aber lasst jeden von euch allein sein,
So wie die Saiten einer Laute allein sind und doch von derselben Musik erzittern.
Gebt eure Herzen, aber nicht in des anderen Obhut.
Denn nur die Hand des Lebens kann eure Herzen umfassen.
Und steht zusammen, doch nicht zu nah:
Denn die Säulen des Tempels stehen für sich,
Und die Eiche und die Zypresse wachsen nicht im Schatten der anderen.
Khalil Gibran
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Foto Pixabay ArtTower
Khalil Gibran
von Ursula Kraemer | Apr. 13, 2012 | Körper/Gesundheit
Länger jung bleiben ist möglich. Wir können körperliche Probleme reduzieren oder gar überhaupt nicht entstehen lassen.
Meine Freundin Claudia klagt immer häufiger über körperliche Wehwehchen und Beschwerden: „Ich vertage den Rotwein nicht mehr“…“Heute spüre ich wieder meinen Rücken“…“Schon wieder ist mir schwindelig“. Und eine Erklärung für solche Missempfindungen hat sie schnell bei der Hand: „Ich werde alt“, sagt sie. Dabei ist sie erst Anfang 50.
Sind Sie auch der Ansicht, dass körperliche Probleme unweigerlich zum Alter gehören? Gefährlich ist es, mit einer solchen Zuschreibung und Erwartungshaltung zu leben. Denn dieses Klischee führt dazu, dass Sie den Abbau in späteren Jahren einfach hinnehmen und glauben, Sie seien ihm ohnmächtig ausgeliefert.
Dabei können Sie erwiesenermaßen eine Menge dafür tun, gesund zu bleiben. Wer in der zweiten Lebenshälfte in einem gesunden und fitten Körper wohnen will, sollte sich jetzt darum kümmern.
Wer nicht jeden Tag etwas Zeit für seine Gesundheit aufbringt,
muss eines Tages viel Zeit für eine Krankheit opfern.
Sebastian Kneipp
Also, worauf warten Sie noch? Packen Sie es an!
Feste Knochen
Die Grundlage für feste Knochen wird in der Jugend gelegt: Dazu gehören eine kalziumreiche Ernährung in Form von Milch, Gemüse und Getreideprodukten und viel Bewegung. Aber auch in späteren Jahren spielen diese Faktoren eine große Rolle.
Treiben Sie regelmäßig Sport, sei es Walking, Laufen oder Wandern. Kleine Stöße regen bei jedem Schritt die Gelenke an und sorgen für eine optimale Festigkeit der Knochen. Sie können damit der gefürchteten Osteoporose vorbeugen.
Achten Sie auch auf Ihr Körpergewicht. Zu viele Kilos belasten die Gelenke. Doch auch ein zu geringes Gewicht auf der Waage ist ungesund. Denn der Körper braucht zum Knochenaufbau Östrogen und dieses wird im Fettgewebe produziert. Setzen Sie sich ein Limit bei 27 BMI.
Hören Sie mit dem Rauchen auf. Jede Zigarette beschleunigt den Abbau der Knochen und macht sie brüchig.
Geschmeidige Gelenke
Ein gesundes Gelenk wird von einer glatten Knorpelschicht überzogen, die eine Flüssigkeit produziert. Damit können sich die Gelenkknochen reibungsfrei bewegen. Im Alter werden die Knorpel spröder, Fehlstellungen führen zur Abnutzung der Knorpelschicht. Es knirscht im Gelenk.
Trainieren Sie Ihre Gelenke. Kräftigen und stabilisieren Sie sie durch regelmäßige Übungen. Wer sich täglich dehnt und lockert, sorgt dafür, dass die Bänder nicht schrumpfen.
Übergewicht drückt auf die Gelenke, besonders die Knie und die Hüften müssen dann zu viel tragen. Reduzieren Sie deshalb Gewicht, damit Sie auch in Zukunft immer problemlos gehen und Treppen steigen können.
Starke Muskeln
Muskeln stärken und stützen die Gelenke, halten die Wirbelsäule und schützen die Organe. Was nicht trainiert wird, schwindet. Das weiß jeder, der schon einmal ein Bein im Gips hatte. Hier helfen isometrische Übungen. Das sind solche, bei denen einzelne Muskelpartien stark angespannt und anschließend wieder gelockert werden. Z.B. wenn Sie sich in den Türrahmen stellen und mit beiden Händen nach außen drücken. Und Übungen, bei denen es auf Ausdauer, Koordination und Schnelligkeit ankommt. Schon ein kleines Gymnastikprogramm am Morgen hilft viel.
Elastische Blutgefäße
Blutgefäße müssen Schwerstarbeit verrichten, um das Blut in die entlegensten Regionen zu transportieren und den Rücktransport zum Herzen zu gewährleisten. Nur elastische Blutgefäße können diese Arbeit optimal leisten. Sonst gibt es Krampfadern, Thrombosen und erhöhten Blutdruck.
Treiben Sie Sport, normalisieren Sie Ihr Gewicht, verzichten Sie auf Nikotin, und bauen Sie Stress ab. Das wirkt solchen Entwicklungen entgegen.
Koordination von Gehirn und Muskeln
Die Koordination von Muskeln und sein Gehirn regelt die Bewegungsabläufe und sorgt dafür, dass diese geschmeidig und weich sind: Machen Sie Dehn- und Streckungsübungen, federn in die Hocke gehen, drehen Sie sich um die eigene Achse.
Ein besonders wirksames Training für die Koordination von Kopf und Bewegung sind das Jonglieren und das Musizieren.
Fittes Gehirn
Die Annahme, mit den Jahren schwinde automatisch die Merkfähigkeit, ist wissenschaftlich widerlegt. Auch im Alter sind neue Nervenverbindungen möglich. Wer sein Gehirn gut versorgt und seine geistige Leistungsfähigkeit trainiert, ist klar im Vorteil: Die grauen Zellen werden aktiviert, das Lernen fällt leichter, die Konzentration auch.
In erster Linie kommt es auf die gehirngerechte Ernährung an: Vollkorngetreideprodukte, Kartoffeln, Obst und Fruchtsäfte, Honig und wenig tierische Fette gehören dazu.
Auch das Trinken ist wichtig. Im Alter lässt das Durstgefühl oft nach und wer zu wenig trinkt, dem fällt es schwer, sich zu konzentrieren. Kopfschmerzen sind meist die Folge. Deshalb deponieren Sie am besten immer eine Wasserflasche in Sichtweise und lassen sich von einer Zeitschaltuhr oder Ihrem Handy daran erinnern, dass es wieder Zeit ist, sich ein Glas einzuschenken.
Kreuzworträtsel alleine reichen nicht, um das Gehirn auf Trab zu bringen: Lernen Sie Neues, üben Sie Kopfrechnen, sagen Sie Gedichte auf, beschäftigen Sie sich mit einer fremden Sprache. Halten Sie auch auf dem Laufenden, was das Tagesgeschehen angeht und bilden Sie sich eine Meinung.
Tagebuchschreiben fördert die Erinnerung und Gedächtnis-schulungen wie die Loci-Technik oder Eselbrücken helfen beim Behalten.
Sie sind überrascht, dass es keine Nahrungsergänzung, kein teures Abo im Fitnesszentrum, keine In-Sportarten und keine Diäten braucht, um etwas für die Gesundheit zu tun und länger jung zu bleiben? Nein, es braucht vor allem den Willen, auf die Ernährung zu achten und die Bewegung zu einem Bestandteil des Lebens zu machen. Was hält Sie ab?
Wer mehr über dieses Thema wissen möchte, dem empfehle ich das Buch von
Marianne Koch,
Körperintelligenz, Was Sie wissen sollten, um jung zu bleiben
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von Ursula Kraemer | Apr. 4, 2012 | Lebensgestaltung
Sie sind reich und wissen es nicht? Die meisten Menschen haben ihre persönlichen Vorstellungen davon, was ihnen zum Glück noch fehlt.
Glück im Leben – wer möchte das nicht? Ob Traumpartner, weite Reisen, ein toller Schlitten oder die Villa am Berg, die meisten Menschen haben ihre persönlichen Vorstellungen davon, was ihnen zum Glück noch fehlt. Doch sie suchen an der falschen Stelle.
Als wir vor Jahren in einer deutschen Großstadt wohnten, wurden wir als Mieter eines hohen alten Mietshauses Opfer eines Brandstifters. Er hatte oben im Speicher Feuer gelegt, das bald auf die anderen Stockwerke übergriff. Von einem Moment auf den anderen war das Haus unbewohnbar geworden. Mit Hilfe der Feuerwehr retteten wir ein paar Habseligkeiten. Die Suche nach einer neuen Wohnung erwies sich als schwierig und so hausten wir dann für mehrere Wochen bei einem Freund auf der Matratze in der Küche. Das war der einzige Platz, den er uns anbieten konnte, wir aber waren trotz der Enge sehr glücklich darüber.
Seit diesem Tag weiß ich, welches Geschenk es ist, eine eigene Wohnung zu haben, bei der man die Tür hinter sich schließen und in die man sich zurückziehen kann. Normalerweise würde man daran keinen Gedanken verschwenden, für die meisten unter uns ist so etwas selbstverständlich. Wie vieles im Leben.
Meist wissen wir unsere Schätze erst dann zu würdigen,
wenn wir sie nicht mehr haben
- Die Freude, zügig ausschreiten zu können und den Windhauch im Gesicht zu spüren – wenn wir ein Bein im Gips haben.
- Das Lächeln unseres Kindes – wenn es mit einer ernsten Erkrankung matt in seinem Bett liegt.
- Der Anruf der Freundin – wenn es einen fürchterlichen Streit gab und sie sich für immer von uns losgesagt hat.
- Der Duft der Blumen – wenn uns ein schrecklicher Heuschnupfen plagt.
- Das warme Wasser und die helle Lampe, das Fernsehen, der PC und die Musikanlage – wenn der Strom ausfällt.
Manche dieser Schätze fehlen nur für kurze Zeit, manche aber für immer. Und dann erst wird uns bewusst, wie gesegnet wir waren.
Ein anderes Beispiel
Einer meiner Söhne spielte als kleiner Junge gerne Bauernhof mit Modellfahrzeugen aus Metall. Traktor, Heuwender, Gabel- stapler…das Sortiment wuchs. Als er zum Geburtstag das lange ersehnte neue Modell bekam, warf er nach dem Auspacken einen kurzen Blick darauf und meinte: Wenn ich jetzt noch den Güllewagen habe, dann kann ich richtig spielen…Das noch und das noch und das noch.
Bei uns Erwachsenen ist es nicht anders: Händeringend suchen wir nach einem Möbelstück, das genau in unsere Wohnung passt. Wir laufen von Geschäft zu Geschäft, malen uns aus, wie es sein wird, wenn wir endlich das Richtige gefunden haben. Wir bestellen und müssen eine lange Lieferzeit abwarten. Endlich ist es soweit. Die Freude ist groß. Doch wie lange? Bald schon haben wir die nächste Anschaffung im Kopf.
Wie wäre es,
- sich bei einem Gang durch die Wohnung zu erinnern, welche Freude wir empfanden, als wir dieses oder jenes anschaffen konnten?
- mit Hilfe von Fotos und Souvenirs an all die schönen Plätze der Welt zu denken, die wir schon entdecken durften?
- die Menschen in unserem Umfeld wirklich wahrzunehmen und dankbar zu sein, dass sie in unserem Leben eine Rolle spielen, sie uns schätzen und wir sie lieben?
- den Körper mit all seinen Sinnen, seinen Funktionen zu spüren spüren, und sich daran erfreuen, was alles funktioniert?
Suchen Sie nicht nach dem, was in Ihrem Leben fehlt. Registrieren Sie die Schätze. Wenn Ihnen das gelingt, dann sind Sie reich. Es ist ein Reichtum, der sich nicht messen lässt in Euro und Cent, sondern der allein bestimmt wird durch Ihren Blickwinkel.
Ein anderer Aspekt zum Thema: Ein Leben in Fülle
und eines meiner Videos: Bist zu glücklich?